Studiengebühren für nicht-europäische Studenten in Deutschland

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Als eines der wenigen Länder der Welt, das kostenlose Bildung für einheimische und internationale Studenten gleichermaßen anbietet, muss Deutschland nun damit beginnen, Studiengebühren für alle Nicht-EU-Studenten wieder einzuführen, um das Defizit des Staates auszugleichen.

Im letzten deutschen Bundesland Baden-Württemberg wurden die Studiengebühren 2011 abgeschafft, während alle öffentlichen Universitäten schon seit 2014 deutschlandweit gebührenfrei sind.

Doch trotz des Versprechens, Anfang des Jahres keine allgemeinen Gebühren einzuführen, hat die baden-württembergische Landesregierung die Wiedereinführung von Studiengebühren für internationale Studierende bereits ab Herbst 2017 angekündigt.

Diese plötzliche Änderung ist Teil der Bemühungen um den Schuldenabbau im Land, während das Ministerium zugibt, dass es sich keine kostenlose Ausbildung mehr leisten kann. Deshalb werden die Studiengebühren für internationale Studierende wieder eingeführt.

Alle Nicht-EU-Studenten, die einen Studienplatz an deutschen Einrichtungen erhalten, müssen dann Gebühren in Höhe von 1.500 Euro pro Semester entrichten. Für einen zweiten Studienabschluss hingegen zahlen die Studierenden einen ermäßigten Beitrag von 650 Euro pro Semester.

Welche deutschen Hochschulen sind davon betroffen?

Von den Änderungen der Studiengebühren sind u.a. die deutschen Hochschulen betroffen:

  • Universität Freiburg
  • Universität Stuttgart
  • Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg
  • Universität Konstanz
  • KIT, Karlsruher Institut für Technologie
  • Universität Mannheim
  • Eberhard Karls Universität Tübingen
  • Universität Ulm

Die Kosten werden sich in den kommenden Jahren mit Sicherheit auf die übrigen Bundesländer ausweiten. Das Ressort muss bis zum nächsten Jahr eine Lücke von 48 Millionen Euro füllen.

“Das Ministerium für Bildung und Forschung will zwar einen Beitrag zur Kostensenkung leisten, aber auch drastische Schäden vermeiden, die das Ansehen und das Wachstum von Forschung und Wissenschaft an den staatlichen Hochschulen und ihren Studierenden beeinflussen könnten. – erklärte eine Sprecherin der Universität Konstanz in Deutschland.

Folgende Studententypen sollen im Rahmen der neuen Gesetzgebung von den Studiengebühren befreit werden:

  • Internationale Studierende, die ihre Hochschulzugangsberechtigung in Deutschland erwerben
  • Internationale Studierende aus Erasmus-Mitgliedsstaaten
  • Studenten aus Nicht-EU-Mitgliedsländern, die einen dauerhaften Aufenthaltsstatus in Europa haben
  • Flüchtlinge mit Bleiberecht

Derzeit bieten neben Deutschland nur noch eine Handvoll anderer europäischer Länder wie Dänemark, Finnland, Schweden und Norwegen eine kostenlose Hochschulausbildung in Europa an.

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